40 Jahre Kammerorchester Concento Strravagante
Das Kammerorchester stand bereits in seinen Anfängen unter einem speziellen Stern, was sich in seiner Namensgebung offenbart. War es doch die Intention seines Gründers, des engagierten und umtriebigen Kirchen- und Schulmusikers, Markus Römer, mit seinem Orchester aussergewöhnliche Programmatik zur Aufführung zu bringen.
„Concento Stravagante“ zu deutsch: „Wunderliche Harmonie“ oder „Extravagantes Konzert“, dessen Attribut soviel wie „in seiner Erscheinung außergewöhnlich, bewusst abweichend und dadurch aufsehenerregend“ bedeutet. Wer als treuer Zuhörer in den letzten 40 Jahren im Publikum zu finden war, kann bestätigen, dass das Kammerorchester diesem Anspruch treu geblieben ist. Bereits als Ad hoc Orchester in seiner Vor-Geburtsstunde - vor der offiziellen Gründung im Jahr 1986 - setzte Mark Römer quasi in einer Initialzündung den klaren ersten Akzent mit der konzertanten Aufführung von Mozarts Singspiels „Bastien und Bastienne“. Auch in den darauffolgenden Jahren standen die Konzertprojekte betreffend dieser Thematik in nichts nach und zelebrierten diese Ausgefallenheit. Nicht unerwähnt bleiben mögen dabei Aufführungen wie z.B. das Concerto per Archi von Nino Rota im Jahr 2000 oder das französische Programm mit Werken von George Bizet, über Claude Debussy bis zu Gabriel Fauré u. Eric Satie im Jahr 2002.
Dank fruchtbarer Zusammenarbeit des Gründers und Dirigenten, Mark Römer, mit den einzigen beiden Konzertmeistern, Urs Walker während der ersten 14 Jahre und Jens Lohmann ab der Jahrtausendwende, konnte im gemeinsamen Konsens die Extravaganz stetig gelebt werden. Auch das Niveau steigerte sich über die stolzen 40 Jahr kontinuierlich.
Wurde in den ersten beiden Dekaden in klassischer Kammerorchester-Besetzung von Streichern und Bläsern musiziert, verschlankte sich Concento Stravagante unter der Ägide seines neuen künstlerischen Leiters, Jens Lohmann, bewusst zum reinen Streichorchester, was wiederum den Zugang zu einem ganzen Universum an gehaltvoller und aussergewöhnlicher reiner Streicher-Literatur eröffnete, wie Serenaden, Suiten, Divertimenti von bekannten und unbekannteren Komponisten wie z.B. B. Bartok, E.Elgar, G. Fauré oder J. Suk.
Gespickt voller inspirierender Fantasie schöpfend aus einem überaus breiten Horizont gelang es Jens Lohmann nahtlos auch in den zweiten beiden Dekaden des 40 jährigen Bestehens des Kammerorchesters durch seine Programmatik dem Publikum den musikalischen Blick bzw. die Ohren sowohl für anregende Kontraste als auch für verblüffende Zusammenhänge zu schärfen. Man denke dabei an unvergessliche Aufführungen wie „Kontrapunkte“ (2015), „Jodel im Advent“ (2018), „Barock trifft Piazzolla“(2021) sowie „KinderWunderWerke“ (2023)
Auch zeichnet sich das Kammerorchester durch ihr typisches Erkennungsmerkmal geradezu aus: Nämlich dem Zusammenspiel ohne Dirigent lediglich vom Konzertmeisterpult aus geführt in subtiler Interaktion basierend auf präziser Kommunikation durch Blickkontakt und gezielter Körpersprache. Die „Stravaganti“ bewegen sich auf diesem Parkett souverän mit Ausdruck, Leichtigkeit und Spielfreude und bieten so alljährlich einem begeisterten Publikum Hörgenuss vom Feinsten.